EINBLICK hat Tradition. Jedes Jahr im Herbst öffnen das Töpferhaus und die passus AG die Türen an der Bleichemattstrasse 15. Am Donnerstagabend, 29. Oktober 2026, begann mit der Vernissage die zweitätige Ausstellung unter dem Leitmotiv «Kunstflüstern». Eine Einladung, genauer hinzuschauen und aufmerksam zuzuhören.
Was hat Flüstern mit Kunst zu tun? René Mollet, Co-Teamleitung Kreativatelier, nahm die Gäste in seiner Ansprache mit auf eine gedankliche Spurensuche. Wer flüstere, suche die Nähe zum Gegenüber. Er wolle etwas mitteilen, ohne andere zu übertönen. Wer hingegen ein Megafon benutze, wolle viele Menschen gleichzeitig erreichen und der eigenen Stimme Nachdruck verleihen. «Flüstern vertraut auf die Kraft der Beziehung. Das Megafon vertraut auf die Kraft der Lautstärke», erläuterte René.
Dieser Gedanke begleitet die diesjährige Ausstellung. Viele der Menschen, die bei EINBLICK ihre Kunst und Produkte zeigen, kennen das Gefühl, nicht gehört zu werden. «Kunstflüstern» lädt dazu ein, ihnen und ihrem Schaffen Aufmerksamkeit zu schenken. René lud die Gäste ein, sich Zeit zu nehmen für ein Detail, einen Ausdruck, eine Geschichte. Denn manches erschliesst sich erst, wenn wir einen Moment verweilen. Als Bild dafür fand er die Worte: «Komm näher, ich habe etwas Wichtiges zu sagen.»


Ganz konkret wird das Leitmotiv an der Flüsterstation. Marius Portmann, Gruppenleitung passus AG, erklärte, wie aus Elektro-Wellrohren Sprech- und Hörrohre wurden: Draussen verlaufen sie entlang der Fassade, drinnen verbinden sie das Erdgeschoss mit dem ersten Stock. Auch eine mobile Station lädt ein, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Eine Botschaft ins Rohr flüstern. Am anderen Ende lauschen. So verbinden die Rohre Räume und Etagen – und Menschen miteinander. Wer etwas verstehen möchte, muss aufmerksam sein. Und wer spricht, darf darauf vertrauen, dass jemand zuhört.
Zum Abschluss dankte Joana Scharowski (Mitte), Co-Teamleitung Kreativatelier, allen, die EINBLICK ermöglicht haben: den Kunstschaffenden aus dem Kreativatelier, den Produktherstellenden aus dem Werkatelier, der passus AG für die Flüsterstation und dem Café im Nebengebäude. Und den Gästen, die mit ihrem Interesse und ihrer Offenheit die Ausstellung zum Begegnungsort gemacht haben.
Was von EINBLICK bleibt, ist auch eine Einladung für den Alltag: genauer hinzuschauen, aufmerksam zuzuhören und dem Leisen Raum zu geben.























