Einmal im Jahr plant Daniel Aeberhard, Geschäftsleitung, einen Ausflug mit den Studierenden des Töpferhauses und der passus AG. Am 24. April 2026 war es wieder so weit: Eine Gruppe von sechs Studierenden aus unterschiedlichen Bereichen erlebte zusammen mit Dani einen eindrücklichen Ausflug nach Bern.
Mit Nationalrätin Maja Bally im Gespräch
Die erste Station führte ins Bundeshaus zu Nationalrätin Maja Bally (Die Mitte). In einem offenen und sehr nahbaren Gespräch brachte sie uns das politische System der Schweiz näher und gab spannende Einblicke in die Abläufe ihres Amtes sowie in ihre Rolle als Nationalrätin. Dabei erfuhren wir mehr über die Zusammenarbeit zwischen Nationalrat, Ständerat und Bundesrat und hatten die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen, die sie ausführlich beantwortete.
Besonders spannend war zu erfahren, wie sie ihre Rolle als Nationalrätin erlebt, wofür sie sich einsetzt und wie sie soziale Themen in ihre politische Arbeit einbringt.
Sie sprach offen über Herausforderungen, aber auch über Möglichkeiten der politischen Arbeit. Auf die Frage: «Was gibst du uns mit auf unseren Weg?» antwortete Maja: «Habt Mut. Probiert es aus und steht für das ein, was ihr erreichen wollt.»
Anschliessend führte sie uns durch die Gänge, Sitzungsräume und Hallen des Bundeshauses. Die Architektur, die grossen Räume, die kunstvollen Decken- und Wandverzierungen, die Wandelhalle und der Nationalratssaal waren sehr imposant. Es war ein einmaliges Erlebnis, diesen Ort nicht nur von aussen zu kennen, sondern seine Geschichte, Symbolik und Bedeutung direkt vor Ort zu erleben.
«Danke, Maja, für deine offene, herzliche und ehrliche Art. Durch deine Erzählungen und persönlichen Einblicke durften wir das Bundeshaus auf eine ganz besondere Weise kennenlernen.»
Einblick in die Privatklinik Soteria der igs Bern
Am Nachmittag besuchten wir die igs Bern in der Privatklinik Soteria. Dort erhielten wir einen Einblick in die sozialpsychiatrische Arbeit und die gelebte Haltung vor Ort. Beziehung, Selbstbestimmung und ein respektvolles Miteinander stehen in der igs spürbar im Zentrum.
In der Soteria werden Menschen in der Psychosebehandlung begleitet. Die Soteria ist mit gerade einmal zehn Betten die kleinste psychiatrische Klinik der Schweiz. Ihr Konzept unterscheidet sich von bekannten Behandlungsansätzen. Besonders spannend waren die Ausführungen zum 49-Stunden-Dienst.
Christine Clare, stellvertretende Leiterin Stationäre Behandlung Soteria, erklärte, wie wichtig eine kontinuierliche Begleitung und verlässliche Beziehung für Menschen im Erleben psychotischer Episoden sein können. Ein sogenanntes weiches Zimmer wird als sehr positive und unterstützende Methode geschätzt und kommt in akuten Phasen zum Einsatz.
Die Methode des Open Dialogue wurde ergänzend dazu vorgestellt. Dabei steht das gemeinsame Gespräch mit der betroffenen Person, ihrem Umfeld und den Fachpersonen im Mittelpunkt.
Foto: zVg
Es geht darum, zuzuhören, verschiedene Sichtweisen einzubeziehen und gemeinsam tragfähige Wege sowie Lösungen zu entwickeln. Dieses Vorgehen unterstreicht die gelebte Haltung der Soteria Bern: Der Mensch steht im Zentrum.
Für uns Studierende war dieser Besuch sehr eindrücklich.
Der Tag bot Einblicke in zwei ganz unterschiedliche Welten. Einerseits konnten wir politische Bildung und die Haltung einer Politikerin persönlich erleben. Anderseits erhielten wir einen wertvollen Einblick in die sozialpsychiatrische Arbeitsweise der kleinsten psychiatrischen Klinik der Schweiz.
Es war ein Ausflug, der Wissen vermittelte, zum Nachdenken anregte und gleichzeitig tief beeindruckte.
Autorin: Lisa Maurer, Studierende Sozialpädagogik HF, passus AG
